Petra Armgart

Alle Macht den Nanas

Hardcover A5, 308 Seiten
2. Auflage
ISBN: 978-3-86440-286-9
Preis 16,90 € (inkl. MwSt)

Eine junge Frau mit rotem Haar, katzenhaft, im samtenen Catsuit mit Pierrot Spitzenkragen und Manschetten. Das eine Auge geschlossen, das andere starr über einem Gewehrlauf. Auf wen sie wohl zielt? Bodo, seines Zeichens, stellvertretender Deko-Chef, hat Angst vor einem Suffragetten Aufstand seiner talentiertesten und aufmüpfigsten Dekorateurin Lotta. Die liebt Kunst im Allgemeinen und Niki de Saint Phalle im Besonderen. So will sie sein, wie diese Frau. Für ihre Rechte kämpfen und sich nicht auf der Nase rumtanzen lassen. Schon 1962 nahm Niki neben Escobar Marisol als einzige Frauen neben 54 Männern an einer Pop Art Ausstellung in der Sidney Janis Galery in New York teil. Dafür hat sie Lottas vollkommene Bewunderung und es spiegelt ihr Lebensgefühl wieder. Eine starke Frau, die mit einer an Besessenheit grenzenden Leidenschaft arbeitete. Deshalb lebt sie in Hannover. Dort wird alles geboten, was Lottas Künstlerherz begehrt. Hier kann sie ihren Job als Schauwerbegestalterin voll ausleben. Vom Sprengelmuseum bis zum Künstlerverein, mit Nanas am Leineufer und ausgefallenen Busstationen, künstlerische Inspiration an jeder Ecke. Wenn da nur nicht der Dicke, ihr intriganter Chef wäre. Der versucht mit allen Mitteln, sie loszuwerden. Doch Friede, beste Freundin, und Goethe-Zitate schmetterndes Pondon zu Lotta, ist immer zur Stelle, wenn etwas schief geht. Bis Tristan auftaucht. Lottas alter Freund und Jugendliebe von Friede. Ab sofort ist die Harmonie gestört. Und um das Chaos perfekt zu machen, sticht Lesben-Kollegin Helga noch mal kräftig in das sich aufbauende Hornissennest. Es irrt der Mensch, solang er strebt, würde Goethe sagen. Und so bleibt Lotta dabei auf der Strecke, verzweifelt an den Intrigen und muss endlich ihre tief vergrabenen Sehnsüchte an die Oberfläche lassen, um nicht zu ertrinken.

Freundschaft ist eine Tür zwischen zwei Menschen.
Sie kann manchmal knarren, sie kann klemmen,
aber sie ist nie verschlossen.
(Balthasar Grácian Morales)