Jutta M. Baur

Auf der anderen Seite des Sees

Hardcover A5, 438 Seiten
ISBN: 978-3-945295-54-0
Preis 18,60 € (inkl. MwSt)

Die meisten Personen dieses Buches lebten vor langer Zeit. Ihre Geschichten sind eng verknüpft mit dem Bodensee, an dessen paradiesischen Ufern sie liebten und hassten, Glück und Leid erfuhren.
Der See kennt alle ihre Geheimnisse und zuweilen, wenn der Sturm wütend seine Wasser an die Ufer peitscht, gibt er die eine oder die andere ihrer Geschichten frei. …
und sollte einmal, liebe Leserin, lieber Leser, ein staubbedeckter Mann mit traurigen Augen bei Ihnen anklopfen, so lasst ihn hinein, gebt ihm zu essen und zu trinken und ein Quartier für die Nacht, denn es könnte die Seele Moros sein, die noch immer auf der Suche nach ihrer großen Liebe ist …


Auf der anderen Seite des Sees“ heißt das neue Werk von Jutta Baur

Der historische Roman der Tettnangerin erzählt von einem Liebespaar, das in verschiedenen Epochen lebt

Von Angelika Banzhaf

Tettnang - Autorin Jutta M. Baur hat nach ihrem ersten Werk „Morgaine ... eine magische Katzengeschichte“, nun mit ihrem historischen Roman „Auf der anderen Seite des Sees“ ein weiteres Buch veröffentlicht. „Die Geschichte beginnt mit einem jungen, modernen Paar, das in der heutigen Zeit lebt und sich 25 Jahre lange nicht gesehen hat“, führt die Autorin in die Anfänge des Romans ein, der eng mit dem Bodensee verknüpft ist und an dessen paradiesischen Ufern Hanna und Phil sich liebten und hassten, Glück und Leid erfahren haben.

Wie ein roter Faden zieht sich die historischen Liebesgeschichte der beiden durch das Werk, die mit einem Unfall von Hanna beginnt: Sie fällt ins Koma und ihre Seele löst sich von ihrem Körper. „Sie kann nicht mehr in ihren Körper zurück und geht durch eine Tür, da sie annimmt, dass sie dort ihren Körper trifft“, verrät Jutta M. Baur. Kurzweilig und gefühlvoll beschreibt die Autorin auf 438 Seiten, wie es Hanna ergeht, seit sie das Tor zur Eiszeit durchschritten hat. Sie zeigt auf, wie die junge Frau weitere Geschichtsepochen durchschreitet und sie hierbei stets auf Phil trifft, der ebenso wie sie, in jeder Ära einen anderen Namen trägt. Wobei immer wieder der Bodensee als „See“ in Erscheinung tritt.

Viel Recherchearbeit

Die Eiszeit ist indes nicht die einzige Epoche, die das Paar durchschreitet, lässt Baur wissen. „Ich will in meinem Buch erzählen, wie Hanna und Phil auch in der keltischen Zeit und im 30-jährigen Krieg gelebt haben könnten“, sagt Jutta Baur. Viel Recherchearbeit sei hierfür notwendig gewesen, blickt die Tettnangerin zurück. „Ich habe meine Informationen aus dem Internet erhalten, aber auch Literatur über die Kelten gelesen, die mich immer schon interessiert haben“, sagt sie. „Außerdem habe ich Angelika Barth vom Stadtarchiv viel in Anspruch genommen, da ich von ihr einiges über den 30-jährigen Krieg in Tettnang wissen wollte.“

Die Geschichte Hannas und Phils ist gleichzeitig eng mit der von Jutta M. Baur verknüpft. „Sie beruht auf ein Nahtoderlebnis von mir, das mich 2006 bei einer Operation sehr mitgenommen hat“, sagt sie. „Damals bin ich auch auf der anderen Seite meines Körpers gestanden und habe mich aus der Entfernung liegen sehen. Ich bin einen Weg entlang gelaufen und zu einem Tor aus Eis gekommen.“ Was sie letztendlich auf den Gedenken gebracht habe, dass ihre Romanfigur Hanna ebenfalls ein Tor durchschreiten könnte um sich dann in der Eiszeit wiederzufinden.

Inwiefern das Thema Wiedergeburt für das Buch bestimmend ist, will die Autorin dem Leser selbst überlassen. „Vielleicht ist es ja nur ein Gedankenspiel“, sagt sie und verweist auf ihr Vorwort. „Dieses Buch wurde geschrieben für Menschen, die auf der Suche nach Wahrheit, dem Sinn des Lebens, sind. Die sich noch einen Rest Glauben an das Gute bewahrt haben. Die noch nicht konvertiert sind zu den Göttern der Gier, des Mammons, der Rücksichtslosigkeit und der Gewalt. Und die sich mühen, den Sinn selbst hinter dem Schmerz zu suchen. Die nicht bereit sind, andere für ihre Mühen verantwortlich zu machen, sondern fest daran glauben, dass die Lösung ihrer Probleme in ihrem eigenen Ich liegen.“

Nebel der Vergangenheit lüften

Seit 2011 befasst sich Jutta M. Baur intensiv mit ihrem jüngsten Werk. „Vorher waren es nur Fragmente, waren nur die groben Umrisse für meinen Roman da“, sagt die Autorin, die vor allem nachts schreibt. „Ich bin nachts geboren und nachts fällt mir immer etwas ein“, sagt sie.

Mit ihrer Neuerscheinung will sie, so heißt es in ihrem Vorwort weiter, jedoch auch, „helfen, die Nebel der Vergangenheit zu lüften, um von dort Hilfe zu erhalten, das Schicksal besser zu verstehen.“ Wenn dies mit diesem Buch hier und da gelinge, so Baur, habe auch sie ihre Erfüllung gefunden.

„Auf der anderen Seite des Sees“ von Jutta M. Baur ist bei Marsh und Marsh in der Verlagsgruppe Persimplex erschienen. ISBN: 978-3-945295-54-0, Preis 18,60 Euro.


weitere Rezension: "Südkurier" vom 22.12.2015 >> so wie auf der
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