Helga Schwemmer

Muckefuck und Caro einfach oder So war das Leben nun mal

Hardcover A5, 260 Seiten
ISBN: 978-3-86440-233-3
Preis 16,20 € (inkl. MwSt)

Dies ist die authentische Wiedergabe eines vom Kriegsgeschehen beeinflussten Lebens. 1935 wurde Lothar in eine einfache Arbeiterfamilie hineingeboren.
Fast ungezügelt wächst er am Rande seiner Heimatstadt in Guben auf. Der Vater im Krieg, danach in Kriegsgefangenschaft. Die Mutter muss ohne Berufsausbildung für wenig Geld arbeiten gehen. Geld ist nie ausreichend da. Die Ehe seiner Eltern scheitert. Nur die Großeltern, auch einfache Leute, helfen so gut es geht. Der Opa wird Lothars Leitfigur.
Nach dem Krieg bestimmt Hunger das tägliche Leben. Der Junge, der sehr selbstständig wird, kämpft an der Spitze seiner Straßenbande als „Bolle“ gegen „Rulles“ Bande aus der Straße um die Ecke, wo die besser gestellten Leute wohnen.
Der zweite Weltkrieg, den er hautnah miterlebt, greift tief in das Leben und Denken des Jungen ein. Flucht, Hunger und Angst bestimmt sein Leben als Kind.
1948, nach der Schulzeit, beginnt Lothar eine landwirtschaftliche Lehre, um nach der Fachschule als Landwirt eine LPG zu leiten und somit für die Ernährung der Bevölkerung der damaligen Ostzone Deutschlands zu sorgen.
Es brennt wiederholt auf der LPG und er wird beschuldigt, diese Brände gelegt zu haben. Im Oktober 1957 muss er seine Heimat fluchtartig verlassen, um nicht für etliche Jahre im Zuchthaus zu landen. Im Aachener Raum findet er Arbeit im Bergbau. Seine Frau folgt ihm nach mit dem Kind. Unermüdlich arbeitet er unter Tage, macht viele Überstunden und nimmt Nebenbeschäftigungen an, um seiner kleinen Familie ein gutes Leben zu bieten.
Dann stirbt seine Frau an einer unheilbaren Krankheit.
Zwei Jahre später findet er eine zweite Frau und Stiefmutter für seine Tochter in Norddeutschland. Erst zehn Jahre nach seinem Weggang aus der DDR kann er seine Heimat wieder sehen, da der wirkliche Brandstifter endlich überführt wurde. Der Schmerz, seine Heimat verlassen zu haben, hat sich für Lothar zu einer neuer Sichtweise gewandelt.


Marianne Wagner

Das Buch habe ich förmlich verschlungen. Mein Mann hat es ebenfalls gelesen und mochte es kaum aus der Hand legen.

Der Autorin ist es großartig gelungen, den Leser mitzunehmen in die bewegte Geschichte unseres deutschen Volkes während des 2. Weltkrieges an der Ostfront. Sie malt realistische Bilder von Orten, Menschen, ihren Nöten und den Gefahren, die sie umgaben, einschließlich ihrer Flucht aus dem geliebten Zuhause. Der Hunger dieser Menschen hat mich sehr betroffen gemacht, besonders die Situation mit der Schlachtung eines großen Hundes als notwendigen Fleischlieferanten.

Die Darstellung der unterschiedlichen Charaktere der beschriebenen Personen ist sehr gelungen. Durch Redewendungen in der Sprache, dem typischen Dialekt der Region, erhält der Text seine einmalige Klangfarbe. Alle Begebenheiten sind neben aller Tragik auch kurzweilig geschildert. Besonders Lothar, der Protagonist, wird zum Sympatieträger für den Leser.

Ich wünsche diesem Buch einen großen Leserkreis. Ältere Menschen werden, wie ich, Parallelen zu eigenen Kriegs- und Nachkriegserlebnissen finden. Jüngeren könnte es helfen dankbar zu sein, dass sie in einer relativ sicheren Welt aufwachsen dürfen.