Marketing-Tipps für Autoren

Was wird aus einem Autor, sobald sein Buch veröffentlicht ist? Ein Buchverkäufer! Denn jetzt geht die Arbeit erst richtig los. Die Persimplex Verlage erstellen für ihre Autoren zwar eine Pressemitteilung, die an unsere Kontakte bei Rundfunk, Zeitung, Fernsehen und den Buchblogs versendet wird und machen in den sozialen Netzwerken auf das Buch aufmerksam, doch auch die Autoren sind gefordert, ihr Buch aktiv zu vermarkten. Anders funktioniert es leider nicht! Wer ein Buch geschrieben hat, muss sich auch darum kümmern, dass die Welt erfährt, dass es existiert. Der Grund dafür ist ganz einfach: Jeden Monat erscheinen abertausende von Büchern – durch den Anstieg des Self-Publishings werden es sogar immer mehr. Um da aus der Masche herauszustechen, bedarf es gezielter Aktionen des Autors.

Diese Tipps sind eine Zusammenfassung aus unserem Autoren-Newsletter, mit der Sie einen guten Fahrplan an der Hand haben, um Ihr Buch erfolgreich zu vermarkten.

Tipp 1: Das eigene Blog

Richten Sie sie noch vor der Veröffentlichung ein Blog ein, in dem Sie von Ihren Erfahrungen beim Schreiben, Ihren Ideen und den Figuren erzählen und machen Sie bei Bekannten und Freunden und in den sozialen Netzwerken auf das Blog aufmerksam. Das hat gleich mehrere Effekte: Sie reflektieren Ihre eigene Arbeit noch einmal aus einem anderen Blickwinkel und bekommen bestenfalls Rückmeldungen von den Lesern Ihres Blogs, mit deren Hilfe Sie Ihr Manuskript verbessern können. Sie wissen nicht, wie Sie sich ein Blog einrichten? Im Internet gibt es zahlreiche kostenlose Anbieter wie WordPress oder GoogleBlogs, bei denen Sie sich Ihr Blog mit wenigen Klicks erstellen können

Tipp 2: Regional, lokal - sprechen Sie die Presse an!

Ihr Buch wurde bereits veröffentlicht? Dann nichts wie ran an das Marketing und die PR-Arbeit! Lokale und regionale Zeitschriften interessieren sich sehr für Künstler aus ihrer Region. Schreiben Sie die entsprechenden Redaktionen einfach an, stellen Sie sich kurz vor und bieten Sie an, ein Rezensionsexemplar zu schicken. Ihr Buch hat einen besonderen regionalen Bezug zu einem Land, einer Stadt, einer Gegend? Umso besser! Nutzen Sie diesen Vorteil - die Redaktionen der kleineren und lokalen Zeitschriften freuen sich über diese Art von Content. Machen Sie schon in der E-Mail deutlich, welcher Art der Bezug ist, zum Beispiel, dass das Buch in einer bestimmten Stadt spielt oder darin die Herkunft eines Protagonisten erwähnt wird.

Tipp 3: Leserunden auf lovelybooks - so erhalten Sie Rezensionen!

Sicherlich haben Sie schon davon gehört: auf der Plattform www.lovelybooks.de treffen sich begeisterte Leser und Autoren. Der Vorteil für Sie: Als AutorIn können Sie Ihr Buch in Leserunden ausgewählten Lesern vorstellen, die dieses dann ausführlich bewerten und rezensieren.

Die Rezensenten sind Vielleser, die mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg halten - doch als Autor können Sie die Teilnehmer Ihrer Leserrunde selbst auswählen und so zielsicher das richtige Publikum finden. Wenn Sie eine Leserunde starten, stellen Sie zunächst Ihr Buch vor und laden so interessierte Leser ein, sich für die Leserunde zu bewerben. Unter diesen Bewerbungen können Sie dann jene Leser auswählen, die aufgrund ihrer Lesegewohnheiten am ehesten zu Ihrem Buch passen. Diesen schicken Sie Ihr Buch zu und erhalten von ihnen dafür umfassende Rezensionen. Diese müssen nicht zwangsläufig positiv sein, können sich aber sehr lohnend auf die Verkaufszahlen Ihres Buches auswirken.

Die Leser bewerten Ihr Buch nämlich nicht nur auf der Plattform selbst, sondern häufig auch auf Blogs und bei Amazon. Je besser ein Buch bei Amazon bewertet wird, umso häufiger wird es Suchenden angezeigt - hier zeigt sich der Erfolg dieses Marketinginstruments. Die Anmeldung als Autor ist kostenlos, Sie können selbst auswählen, wie vielen Lesern Sie Ihr Buch zur Verfügung stellen möchten und ob Sie dabei die eBook oder Printausgabe wählen. Generell bevorzugen die Leser Printausgaben.

Wenn Sie bereits ein Buch veröffentlicht haben, können Sie auch noch nicht veröffentlichte Manuskripte den Lesern vorstellen, um so wichtige Rückmeldungen für den Entstehungsprozess zu erhalten.

Tipp 4: Werden Sie aktiv in den Social Media Kanälen - Facebook

Social Media bietet Autoren viele Möglichkeiten, um direkt in Kontakt mit Lesern zu kommen. Nutzen Sie deshalb diese kostenlose Möglichkeit in jedem Fall, um Ihr Buch Lesern publik zu machen und mit diesen in Austausch zu treten.

Facebook: Das soziale Netzwerk ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Als Autor haben Sie hier zahlreiche Optionen. Richten Sie sich eine öffentliche Seite als Autor ein, auf der Sie Ihr Buch und Buchprojekte vorstellen. Dazu benötigen Sie einen Account als privater Nutzer. Auf Ihrer Autoren-Facebookseite können Sie die Links zu Ihrer Autorenhomepage oder Ihrem Autorenblog teilen und die Leser aktiv am Entstehungsprozess Ihres Buches, an Lesereisen, Rezensionen und anderen Entwicklungen teilhaben lassen. Legen Sie dazu eine Seite mit dem Button links neben Ihrer Timeline "Seite erstellen" eine Facebookseite unter der Rubrik "Künstler, Band oder öffentliche Person" an.

Mit interessanten Postings erreichen Sie Leser - die Reichweite können Sie zusätzlich erhöhen, in dem Sie einzelne Beiträge oder die gesamte Seite bewerben. Das funktioniert über den Button "Bewerben". Gezahlt wird mit Kreditkarte oder Paypal.

Wählen Sie dabei Ihre Zielgruppe gut - ist sie männlich, weiblich, welche Altersgruppe hat sie und zu welchen Wochentagen soll die Werbung laufen? Zusätzlich können Sie auch Keywords - "Schlüsselwörter"- angeben, die die Zielgruppe eingrenzen. Wenn Sie beispielsweise einen historischen Roman verfasst haben, bietet es sich an, Keywords wie "historische Romane" und "Mittelalter" zu benutzen. Alle Infos zur Werbung auf Facebook und die entsprechenden Richtlinien finden Sie hier.

Werbung ist aber nur ein Teil der Strategie auf Facebook. Die Inhalte sind das Wichtigste, ob bezahlt oder einfach nur so gepostet. Ein Facebookposting sollte immer ein Bild, Text und Link miteinander kombinieren und Lust auf mehr machen.

Entscheidend ist, dass Sie regelmäßig interessante Inhalte posten - teilen Sie den Lesern ruhig hin und wieder etwas Persönliches mit, zum Beispiel über Ihr Lieblingsessen oder einen Film. Besprechen Sie mit Ihren Fans Ihre Ideen zu neuen Buchfiguren und teilen Sie auch Links von anderen Webseiten, die in Zusammenhang mit Ihrem Interessensgebiet stehen.

Auf diese Weise können Sie sich mit einem relativ kleinen Budget und regelmäßigen Postings eine zuverlässige Fangemeinde aufbauen.

Tipp 5: Werden Sie aktiv in den Social Media Kanälen - Twitter

Twitter ist der richtige Kanal, um neue Leser, Blogger, Journalisten und PR-Leute zu erreichen. Hier tummeln sich alle, die lesen, schreiben oder in der Verlagsbranche arbeiten. Für Sie als AutorIn hat das viele Vorteile: Sie können auf einfache Weise ein großes Publikum erreichen und sich mit anderen vernetzen.

Und so geht es: Melden Sie sich auf der Seite www.twitter.com an. Dazu benötigen Sie Ihre E-Mail-Adresse und ein Passwort, später legen Sie Ihren Nutzernamen fest, der immer mit einem "@" beginnt. Der Twitterkanal von Persimplex etwa heißt "pxvverlag". Wichtig ist, dass Ihr Nutzername möglichst viel über Sie verrät, also entweder Ihr richtiger oder Ihr Künstlername ist.

Nachdem Sie ein Profilbild und ein Headerbild hochgeladen haben, geht es an das Vernetzen. Dazu können Sie oben in die Suchleiste Begriffe eintragen, die Sie interessieren, etwa "Verlag" oder "Buch" oder "Lesen". Sie können unterhalb bestimmen, dass nach entsprechenden Accounts gesucht wird. Diesen Accounts können Sie nun "folgen", in dem Sie auf den entsprechenden Button klicken. Nun sind Sie mit diesem Account vernetzen - und mit ein bisschen Glück folgt dieser Ihnen auch zurück.

In Ihrer "Timeline" sehen Sie nun die Tweets von allen Accounts, denen Sie folgen. Jetzt können Sie auch selbst einen Tweet verfassen - doch Vorsicht, Sie haben nur 140 Zeichen dafür. Mit sogenannten "Hashtags" zum Beispiel #Kinderbuch (das #-Zeichen erstellt das Hashtag) erreichen Sie mehr Aufmerksamkeit, da diese von allen Twitterusern gesucht und gefunden werden. Unter dem Hashtag finden Sie alles, was je zu diesem Hashtag getwittert wurde, zum Beispiel #Berlin, wenn Sie es oben in die Suchleiste eingeben. Am besten verwenden Sie also in Ihren Tweets Hashtags und Links.

Sie können anderen Tweets ein Herzchen schenken - das ist in etwa so, wie ein "Like" auf Facebook oder sie "retweeten", also den Tweet an Ihre eigene Timeline senden. Twitter ist öffentlich, es geht um die schnelle Information und die Vernetzung, es ist aber auch das Mekka für viele Kreative und Wortakrobaten. Schneller finden Sie die Leute, die für Ihren Erfolg wichtig sind, nirgendwo.

Folgen Sie zum Beispiel den zahlreichen Bücherblogs auf Twitter. Wenn Sie deren Nutzernamen mit den @ in Ihren Tweet aufnehmen, beginnen Sie ein Gespräch mit Ihnen und können zum Beispiel Ihr Buch vorstellen oder sich mit anderen Autoren vernetzen, von denen es zahlreiche auf Twitter gibt.

Tipp 6: Schreibwettbewerbe - suchen Sie die Herausforderung!

Schreibwettbewerbe sind eine willkommene Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten zu schulen und auf den Prüfstand zu stellen - und vielleicht noch den ein oder anderen Preis abzuräumen. Es gibt sehr verschiedene Schreibwettbewerbe, teilweise werden sie von Zeitschriften oder Verlagen zu einem bestimmten Thema veranstaltet, mal sind sie mit einer Förderung oder der Publikation in einem Sammelband verbunden. Häufig geht es um Kurzgeschichten oder Gedichte - alle Genres von Horror über Fantasy bis zu Krimis und Kinderbuch ist alles vertreten.

Es lohnt sich, sich auf dem Laufenden über aktuelle Wettbewerbe zu halten und regelmäßig Veröffentlichtes und Unveröffentlichtes einzureichen. So feilen Sie nicht nur an Ihrer Schreibtechnik, Sie erreichen auch ein größeres (Fach-)publikum und machen neue Leser auf sich aufmerksam.

Eine Liste aktueller Schreibwettbewerbe gibt es hier und hier.

Tipp 7: Lesungen organisieren

Auch in Ihrer Umgebung gibt es öffentliche Büchereien und Buchhandlungen, die sich freuen, ein Event mit einem lokalen Autor zu organisieren. Haben Sie keine Scheu! Sicher fühlt es sich im ersten Moment ein wenig seltsam an, auf diese Weise auf sich aufmerksam zu machen, doch das gehört zum Neuautorsein einfach dazu! Sprechen Sie Bibliotheken und Buchhandlungen in Ihrem Umfeld gezielt an und bieten Sie an, eine Lesung mit Ihrem Buch zu machen. Büchereien freuen sich immer, wenn sie dann auch gleich ein Exemplar für ihren Bestand geschenkt bekommen. Überlegen Sie außerdem, wo weitere Lesungen möglich sein könnten. Künstlermessen, Stadtarchive, Geschichtsvereine oder andere kulturelle Veranstaltungen bieten sich geradezu an, um Ihr Buch einem breiten Publikum bekannt zu machen. Wenn Sie ein Kinderbuch geschrieben haben, wenden Sie sich direkt an Kindergärten oder Schulen, auch dort freut man sich immer, wenn ein solches Event veranstaltet werden kann.

Tipp 8: Rezensionen auf Amazon und Co.

Es ist kein Geheimnis mehr, dass Amazon für Verleger und Autoren Fluch und Segen zugleich ist. Auf der einen Seite diktiert der Versandriese den Verlagen harte Bedingungen, die sich letztlich auch auf den Autor ungünstig auswirken, auf der anderen Seite erreichen so auch unbekannte Autoren und kleine Verlage einen großen Käuferkreis. Die meisten Menschen, die heute Bücher online kaufen, tun dies bei Amazon und Co. Deshalb ist es wichtig, auch hier sichtbar zu werden. Das funktioniert am besten über positive Rezensionen. Bitten Sie deshalb Freunde, Bekannte und andere Leser, ihr Leseerlebnis möglichst positiv auf Amazon und den anderen Plattformen, die inzwischen alle Bewertungsfunktionen anbieten, zu teilen. Empfehlungsmarketing gehört zu den am schnellsten wachsenden und erfolgreichsten Sparten des gesamten Marketings – das gilt insbesondere für Bücher. Bei einer Umfrage erklärte jeder zweite Leser, dass er sein letztes Buch aufgrund einer positiven Online-Empfehlung gekauft habe. Hier liegt ein riesiges Potenzial! Außerdem werden Bücher mit vielen guten Rezensionen bei den Suchergebnissen weiter oben angezeigt. Also, ran an die Tasten!

Tipp 9: Rezensionen auf Bücherblogs

Auch für das Buchmarketing gilt, dass ohne das Internet inzwischen gar nichts mehr läuft. Leser informieren sich online über Neuerscheinungen, bewerten und rezensieren das Gelesene. Inzwischen gibt es eine nahezu unüberschaubare Menge von Bücherblogs, auf denen LeserInnen über das berichten, was sie gerade gelesen haben. Dabei darf man als Autor nicht zimperlich sein, immerhin kann es hier auch mal Kritik hageln. Dennoch sind Bücherblogs als Multiplikatoren von unschätzbarem Wert. Wichtig ist die richtige Auswahl – die Blogger haben oft ein oder mehrere Lieblingsgenres, in denen sie lesen, so dass es entscheidend ist, die richtigen Blogs für das eigene Buch auszuwählen. Hier gibt es eine tagesaktuelle Liste der beliebtesten Bücherblogs. Einfach mal ein paar anschreiben und anbieten, ein kostenloses Rezensionsexemplar zuzuschicken – Sie werden nicht enttäuscht werden!

Tipp 10: Vernetzung mit anderen Autoren

Autoren sind Einzelkämpfer, so heißt es immer, doch in Wirklichkeit ist das Blödsinn. Nichts ist wertvoller als die Rückmeldungen und Informationen, die man als AutorIn durch andere Autoren erhalten kann. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, sich in Autorentreffs und Autorenforen mit anderen zu verbinden. Auf Facebook etwa gibt es unzählige Gruppen zu ganz unterschiedlichen Genres, in denen sich Autoren austauschen und wertvolle Tipps geben, auch in eigenen Foren finden Autoren zueinander und helfen sich bei Schreibblockaden, der Suche nach dem richtigen Verlag oder Terminen von Leseevents. Viele dieser Gruppen treffen sich auch im echten Leben zu Autorenstammtischen und ähnlichem. Der Wert solcher Netzwerke kann gar nicht hoch genug geschätzt werden – also ran an die Suchmaschine und ein passendes Forum oder gleich mehrere Facebookgruppen für sich ausgesucht.

Beitragsbild: Copyright by Tyler Nienhouse via flickr (CC BY 2.0)