Wo kommen die Ideen her? Techniken für den Schreiberfolg

Wissen Sie, was der horror vacui ist? Richtig, die Angst des Schreibers vor der Leere, in diesem Fall: vor dem leeren Blatt. Die meisten von uns kennen das: wir sitzen vor dem Computer, der Cursor der Maus blinkt, doch das Blatt will sich einfach nicht mit Wörtern füllen. Wie fängt man überhaupt an ein Buch oder einen Text zu schreiben? Wo kommen die Gedanken, die Ideen her? Wie baut man Spannung auf? Tatsächlich gibt es eine Reihe erprobter Schreibtechniken, die dafür sorgen, dass die Wörter zu sprudeln beginnen. Die wichtigsten möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen:

1. Liebeserklärung an das eigene Buch
Klingt verrückt, ist aber hilfreich: Schreiben Sie dem Buch in Ihrem Kopf einen Liebesbrief, in dem Sie ihm erklären, warum Sie gerade dieses Buch schreiben möchte und was das Besondere, Außergewöhnliche an ihm ist. Sie werden feststellen, dass Sie dadurch viele wichtige Inspirationen für Ihr Buch erhalten und das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden lernen.

2. Freewriting
Diese Methode ist besonders hilfreich, wenn der Schreibfluss komplett zum Erliegen gekommen ist, sich einfach keine neuen Ideen mehr einstellen wollen oder Sie den Anfang nicht finden. Sie ist an das Brainstorming angelehnt. Nehmen Sie sich dazu einfach ein weißes Blatt Papier und einen Stift und beginnen Sie, alles aufzuschreiben, was Ihnen im Zusammenhang mit Ihrem Buch einfällt, ohne den Schreibfluss zu unterbrechen. Wenn Sie in das Stocken geraten, malen Sie Kringel oder schreiben Sie „Was noch?“- wichtig ist, dass die schreibende Hand in Bewegung bleibt.

3. Mindmapping
Sicherlich kennen Sie das Mindmapping schon aus anderen Zusammenhängen, doch auch beim Schreiben kann es sehr hilfreich sein. Greifen Sie auch hier wieder zum leeren Blatt Papier und einem Stift und notieren Sie in der Mitte das Kernthema Ihres Textes oder Ihres Buches. Bei einem Krimi wäre das zum Beispiel „Mord“. Von diesem Zentrum aus schreiben Sie wie auf die Äste eines Baumes alles, was dazu gehört, samt Unterthemen. Zum Mord gehört etwa „Opfer“ – „Name des Opfers“ – „Beruf/Aussehen“ und so weiter. Einen weiteren Ast können Sie anlegen für „Täter“ oder „Ermittler“ sowie „Tatort“. Alle diese Begriffe bilden je einen Ast, der von dem zentralen Thema abgeht und an den sich weitere Äste anschließen.

4. Freies Assoziieren
Diese Technik ist dem Mindmapping ähnlich, allerdings geht sie bewusst unstrukturiert vor. Malen Sie dazu eine Blase in die Mitte eines Blattes und notieren Sie darin das erste Wort, das Ihnen zu Ihrem Buch oder Text einfällt und bilden Sie anschließend eine freie Assoziationskette. Bei einem Buch über Vampire wäre das etwa beispielsweise: „Vampir“ – „Knoblauch“- „Durchlaucht“- „Schloss“ – „König“ – „Burg“. Zensieren Sie Ihre eigenen Gedanken nicht, sondern schreiben Sie stets das erste Wort auf, das Ihnen durch den Kopf schießt. Sie werden rasch bemerken, dass sich Ihnen ganz neue Ideen für Ihr Buch eröffnen.

5. Arbeit strukturieren: Die Tomaten-Technik
Diese Technik heißt so, weil der Erfinder sich an einem Wecker in Form einer Tomate orientierte. Dabei wird die Arbeit in viele kleine Abschnitte eingeteilt und hierarchisiert, die kleinsten mit der Dauer von einer Viertelstunde bis 25 Minuten. Nehmen Sie sich etwa vor, pro Woche ein Kapitel zu schreiben und pro Tag fünf Seiten, wobei Sie für eine Seite eine Viertelstunde benötigen. So wird die Arbeit planbar und übersichtlich.

6. Alternativschreiben
Diese Technik bewährt sich vor allem, wenn man einen Plot spannend und schlüssig darstellen möchte. Dazu notiert man sich in handschriftlichen Stichpunkten auf ein bis zwei Seiten den Verlauf einer Geschichte oder eines Kapitels und schreibt, ohne sich das Gelesene noch einmal durchzulesen, gleich mehrere Versionen des Geschehens auf. Wenn das abgeschlossen ist, vergleicht man die Versionen und kombiniert die besten Stellen miteinander.

Foto: Arden via flickr (CC BY-SA 2.0)