Peter Marsh

Das Herz der Sioux, Band 3 - Tränen des Adlers

Hardcover, A5, 1. Auflage
ISBN 978-3-940528-20-9
Preis: 21,40 € (inkl. MwSt)

1851- Badger, der alternde Häuptling der Wolkenschilder, findet sich zusammen mit einigen andern älteren Kriegern nicht damit ab, dass sich nach dem Laramievertrag ihre angestammte Lebensweise ändern soll. Sie sehnen sich nach dem Frieden im Land der vielen Zelte, und wie einst, als sie noch junge Männer waren, scharen sie während des Treffens bei Fort Laramie weitere Anhänger um sich. „Die Geisterkrieger – sie reiten wieder“ hört man bald an allen Feuern. Doch auch die Crow und andere Plainsvölker sehen dem Vertrag mit ungutem Gefühl entgegen und so kommt es, dass sich ihm weitere ältere Krieger anderer Völker anschließen, um ihrem letzten Kampf würdevoll entgegen zu treten. Doch nicht allen seinen Gefährten ist es möglich, in Ehren zu ihren Ahnen zu gehen und so ziehen sie weiter und erreichen nach einigen Umwegen ihre Verwandten, die Santee, im Land der himmelblauen Wasser.
„Adlerträne“ der Enkel Badgers, ist zum Mann herangewachsen und heiratet in die Familiengruppe des Häuptlings „Little Thunder“ ein. Doch sein Glück währt nicht von Dauer. Nach einem Jagdausflug kehrt er mit Rotfalke Heim und findet das von Brigadegeneral W.S. Harney zerstörte Lager der Lakota vor, welches auf Grund des zurückliegenden „Grattan-Massakers“ zu Unrecht vernichtet wurde. Nur fünf Krieger, einschließlich Adlerträne und Rotfalke haben überlebt. Die Krieger verfolgen die Armee und lassen die gefangenen Frauen und Kinder nicht aus den Augen. Während Adlerträne Krieger unter den Wolkenschildern rekrutiert, kommt es immer wieder zu Kämpfen, um die Gefangenen und „Krächzende Elster“, die Frau Adlertränes, zu befreien.


Jetzt liegt bereits der dritte Band der ambitionierten, auf acht Bände ausgelegten Romanreihe über die Sioux vor. Der Autor Peter Marsh ist bestrebt, in seinem Roman möglichst dicht an der historischen Realität zu bleiben. Die Schwierigkeiten dieser Gratwanderung sind ihm durchaus bewusst. Und er versteht es, seine fiktive Geschichte mit erfundenen Personen so in das tatsächliche, historisch belegte Geschehen einzubinden und auch die damit verbundenen historischen Persönlichkeiten derart in seine Geschichte zu integrieren, dass man hier durchaus von einer realistischen Darstellung sprechen kann.

Die Handlung des Romans beginnt mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrages in Fort Laramie (wobei der Vertrag von 1851 gemeint ist). Deutlich wird, wie unterschiedlich die Indianer auf die Verträge reagieren. Die Einen arrangieren sich mit einer neuen Lebensweise, andere ziehen sich zurück und wollen ihr bisheriges Leben auf keinen Fall aufgeben. Rasch kommt es zu den ersten Konfrontationen mit den Truppen der US-Armee. Dabei schreckt Marsh auch nicht davor zurück, grausame Einzelheiten der militärischen Aktionen aufzuzeigen. Jedoch ist es schwer, hier wieder die Grenze zwischen tatsächlichem Geschehen und Fiktion zu finden. Gegner dieser Darstellung können dem Autor ohne weiteres vorwerfen, hier mächtig zu übertreiben und ein Klischee zu bedienen. So weit möchte ich jedoch auf keinen Fall gehen, denn von Grausamkeiten der Art, wie sie Marsh hier beschreibt, hat man auch in anderen Berichten schon gelesen – allerdings nie so konkret. Im Roman, verbunden mit konkreten, dem Leser bereits vertrauten Personen, wirken diese Beschreibungen natürlich viel direkter und machen betroffener als eine lapidare Anmerkung in einer Abhandlung.

Die Story selbst ist trotz mehrerer gleichzeitig ablaufender Handlungsstränge gut zu lesen und an vielen Einzelheiten merkt man, dass sich der Autor intensiv mit dem Thema befasst hat und weiß, wovon er schreibt. Aufgrund der bereits erwähnten grausamen Szenen ist das Buch nicht für Kinder geeignet. Aber einen Indianerroman dürfen ja durchaus auch Erwachsene lesen. Hier gibt es eine spannende Story und viel Allgemeinwissen dazu.

Dr. Mario Koch
Amerindian Research - Heft 03 / 2008

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