Peter Marsh

Das Herz der Sioux, Band 4 - An den Feuern der Santee

Hardcover A5, 343 Seiten
Preis 21,40 € (inkl. MwSt)
ISBN: 978-3-940528-68-1

Badger und Fallender Stern glauben, im Alter auf der Farm der Bishops, im Tal des Yellow Medicine endlich einen Platz gefunden zu haben, an welchem sie die Zeit genießen dürfen, bis Wakan Tanka sie zu sich rufen wird. Doch dann geraten sie 1862 ungewollt in den Strudel aus Korruption und Verrat, aus welchem sich die Santee nicht mehr befreien können. Die vier Völker der Dakota verlieren ihre Einigkeit, als die Situation eskaliert. Ta Oyate Duta, Kleinkrähe, ist gezwungen, seine jungen Männer in den Kampf zu führen und innerhalb eines Tages werden aus hungernden Bettlern gnadenlose Krieger, die in ihrem Blutrausch, im Land der himmelblauen Wasser die Hölle losbrechen lassen. Badger und Fallender Stern können nicht mehr unbeteiligt bleiben und versuchen, denen zu helfen, welchen man keine Wahl gelassen hatte. Unerwartet stehen sie auf dem Schlachtfeld ihren Enkeln gegenüber. Yellow Bullshirt, Badgers Zögling, wird von einem Infanteristen heimtückisch ermordet. Der alte Lakota verliert die Beherrschung, nimmt Rache und muss mit Fallender Stern auf die Plains fliehen, während die Dakota in ihre Niederlage rennen.
Wolkenschild und seine Söhne tragen fast zur gleichen Zeit einen Kampf gegen einen neuen Feind aus, welcher qualmend und auf stählernen Rädern die Brust von Mutter Erde zerschneidet. Sleeping Rabbit und Skywalker ziehen mit ihrem Kriegerbund los, um als erste Lakota das Eiserne Pferd zu bezwingen, während ihre Brüder Fort Reno und den Bozeman-Trail belagern. Wie in Minnesota, so herrscht auch auf den Plains noch Uneinigkeit. Die Wolkenschilder gehen mit den Oglala von Red Cloud, da sie zu den Sichangu gehören, welche die zahllosen Übergriffe nicht länger tolerieren. Als nach weiteren Auseinandersetzungen die Friedensver-handlungen scheitern, die von der US-Regierung mit Füßen getreten werden, vereinen sich die Völker der Lakota mit den Arapaho und Cheyenne im Winter 1866 zum Gegenschlag bei Fort Phil Kearny.


Nun liegt der 4. Band der von Peter Marsh konzipierten und geschriebenen Reihe „Das Herz der Sioux” vor. Im Zentrum der Handlungen stehen diesmal die furchtbaren Ereignisse in Minnesota im Jahr 1862, als die Santee sich nach endlosen Betrügereien der Regierungsbehörden und Reservationslieferanten erhoben und den größten Indianerkrieg in dieser Region begannen, der Hunderte von Opfern forderte. Letztlich unterlagen die Santee, und es sollten über 100 Jahre vergehen, bis der Staat offiziell anerkannte, daß dieser Aufstand durch Fehlverhalten der Behörden provoziert worden war.

Fast gleichzeitig findet weiter im Westen der nächste große Schritt der Kolonisierung des Landes statt – das Feuerroß bahnt sich seinen Weg durch das Land der Sioux.

Peter Marsh thematisiert diese verschiedenen Elemente der Sioux-Geschichte in den 1860er Jahren und bündelt sie zu einer verzweigten, gleichwohl eng miteinander verknüpften Geschichte, in deren Verlauf eine atemlose Spannung entsteht.

Den Höhepunkt bilden die Ereignisse von Red Clouds Krieg, als Fort Phil Kearny in den Focus der Völker auf den nördlichen Plains rückt und Ereignisse wie die Wagenkastenschlacht und das Fetterman-Massaker die amerikanische Nation bewegen.

Neben all den historischen Ereignissen, die zu einer dramatischen Veränderung der Lebenswelt der Sioux führten, gibt dieser Roman auch wieder Einblick in das alltägliche Leben der indianischen Kulturen. Die handelnden Personen erscheinen vor dem Blick des Lesers nicht als papierne Gestalten, sondern als lebende Menschen mit Emotionen und Fehlern, Stärken und Schwächen. So wird Geschichte lebendig.

Wie immer fließt ein Teil der Verkaufserlöse in den Lakota-Hilfsfond „Chanku Luta – Der Rote Weg” zur Unterstützung von Lakota-Familien auf Pine Ridge und Rosebud.
Magazin für Amerikanistik, Heft 01 / 2009