Peter & Éeny Marsh

Das Herz der Sioux, Band 1 - Reise zu den Ahnen

Hardcover, A5, 338 Seiten
5. überarbeitete Auflage
ISBN 978-3-945295-00-7
Preis 21,40 € (inkl. MwSt.)

Wir schreiben das Jahr 1803 und bisher setzte kaum ein Weißer seinen Fuß in die endlos scheinenden Weiten der westlichen Plains. Die beginnende Gegenwart dieser sonderbaren und hellhäutigen Menschen, ist jedoch bereits bei allen Völkern zu spüren.
Etwas, was mehr als zweihundertfünfzig Jahre später als Studienreise begann, entwickelt sich für Felix und seine Partnerin Catherine zu einem regelrechten Alptraum. Während einer Inipizeremonie, welcher Felix als Gast des Sichangu, Martin Holy Eagle, beiwohnen darf, verliert er das Bewusstsein. Währenddessen bemerkt Catherine unglaubliche Veränderungen auf der Reservation. Nicht nur Alfred, der Zwillingsbruder von Martin, welcher im Alter von sechs Jahren starb, lebt plötzlich als erwachsener Mann wieder unter ihnen. Weitere Abweichungen von der ihr bekannten Realität lassen Catherine fast den Verstand verlieren.
Kann ein Mensch wiedergeboren werden, gibt es eine Seelenwanderung, diese Fragen muss sich nun auch Felix immer und immer wieder stellen, denn einem Nervenzusammenbruch nahe, erkennt er nach seinem Erwachen auf schmerzhafte Weise, dass er als Spotted Rabbit in einer längst vergangenen Zeit, in einem ihm fremden Körper erwacht ist. Er begreift, dass es nur eine Möglichkeit für ihn gibt, wenn er in dieser feindlichen Umwelt unter den „wilden Lakota“ überleben will. Mit Hilfe von Büffelrücken, der sich als sein Vater zu erkennen gibt, lernt er sich mit seinem neuen Leben soweit zu arrangieren, dass er sogar anfängt, sein vorheriges Leben nur als eine sehr starke Vision zu betrachten.
Er trifft auf Badger, den Anführer eines kleinen, jedoch sehr verwegenen Kriegerbundes. Nur wenig trennt die beiden von dem, was man als Hass bezeichnet. Beide geraten schnell aneinander, doch während kriegerischer Handlungen mit den Pawnee, steht Spotted Rabbit Badger bei. Beide kommen sich langsam näher und es entsteht eine Art Freundschaft. Rabbit erfährt von Badgers tief verborgenem Schmerz. Er wurde als Kind von den Lakota geraubt und adoptiert. Gemeinsam mit Badger begibt er sich auf eine abenteuerliche Suche nach dessen Bruder, welcher noch bei den Shoshone leben soll. Eine Legende, welche Rabbit aus seiner nun vermeintlichen Vision kannte, wird plötzlich real. Er wird sich bald bewusst, dass er unter den Shoshone, als Mitglied der Geisterkrieger, mit Badger und dessen Bruder Fallender Stern in die Geschichte der Völker eingeht. Dennoch ist der Ausgang ihrer Reise, wie auch die gefundene Liebe zu der jungen Rainfeather so ungewiss wie das Wetter im „Mond der Jungen Kälber“.


Endlich können sich die beiden Deutschen Felix und Catherine einen ausgiebigen Urlaub in den USA leisten. Die Reise führt sie in die Lower Brulé Reservation, wo sie mehrere Wochen verbringen.

Nach Überwindung des anfänglichen Misstrauens wird Felix, der seit der Kindheit ein Idianerbewunderer ist, zu einer Schwitzhüttenzeremonie eingeladen. Felix wird dabei ohnmächtig und findet sich zu seiner Verblüffung um 200 Jahre zurück und in die Gestalt eines jungen Lakota versetzt, der soeben seine ersten Visionen gesucht hat. Catherine, an die er sich dunkel erinnert, fehlt ihm, doch lebt er sich rasch in seine neue Familie ein und wird nun Spotted Rabbit genannt.

Wen die Geschichte dieser Seelenwanderung vielleicht abschreckt, dem sei gesagt, dass es nun im Stil eines Abenteuerromans weitergeht. Nach einem erfolgreichen Kampf, in dem zahlreiche feindliche Pawnee Getötet werden, unternehmen Rabbit/Felix und sein Lakota-Freund Badger eine abenteuerliche Reise durch den Westen, wobei sie mit zahlreichen Stämmen in Berührung kommen. Sie kämpfen für das Gute und befreien junge Frauen aus den Händen von Entführern und Vergewaltigern. Rabbit verliebt sich in ein junges Mädchen, dass ihn an Catherine erinnert. – Wird das gut gehen? …

Der mitunter an Klischees orientierte Indianertraum findet ein vorläufiges Ende, als Felix aus der Ohnmacht erwacht. Seltsamerweise beherrscht er nun die Lakotasprache und hat auch einige alte Gegenstände aus der anderen Welt mitgebracht. Catherine wundert sich. War es doch kein Traum gewesen? Die Antwort muss man wohl in den Fortsetzungsteilen des Romans suchen.
Amerindian Research - Heft 01 / 2006 (auszugsweise)

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